Fliegenmadenbefall bei Schafen und Schafschur im Saarland

 

In Folge der Corona-Pandemie ist es zur Zeit schwer, im Saarland Schafscherer zu finden. Dies ist ein Problem für Schafhalter, die auf diese Dienstleistung angewiesen sind.
Hinzu kommt, dass in diesem Jahr einige Schafscherer krankheitsbedingt ausfallen.
Die ersten wärmeren Tage der letzten Zeit haben dazu geführt, dass es höchste Zeit wird, dass die Schafe geschoren werden. Parallel zu dem späteren Schurtermin kommt, dass bereits jetzt schon die ersten Fliegenmadenfälle aufgetreten sind.

Die Hauptflugzeit der Fliegen ist normalerweise von Juni bis August. Bekannt ist, dass die Schmeiß- und Goldfliegenarten gerne ihre Eier in die Wolle bzw. auf der Haut der Tiere ablegen. Wenige Stunden nach der Eiablage schlüpfen schon die Larven aus den Eiern. Deshalb ist äußerste Vorsicht geboten und das Vlies sollte öfter kontrolliert werden. Die Larven schädigen durch Enzyme die Haut der Schafe. Die Haut entzündet sich. Die Maden bohren sich tief ins geschädigte Gewebe. Symptome einer Entzündung sind u. a. Unruhe, Fressunlust oder Scheuern der betroffenen Stellen. Die Tiere leiden sehr! Sobald ein Madenbefall bemerkt wird, ist Eile geboten. Die Tiere müssen gesondert aufgestallt und die betroffene Stellen ausgeschoren und gereinigt werden. Die Versorgung und die weitere Behandlung der Wunden mit entsprechenden Mitteln sind mit dem Tierarzt abzusprechen. Eine Auswahl von Wirkstoffen zur Behandlung gegen Außenparasiten sind dem Schäfereikalender 2019 zu entnehmen.

Die Gefahr eines Madenbefalls kann man verringern, wenn die Tiere vor Beginn der Flugzeit der Fliegen (und anderer blutsaugender Ektoparasiten) mit Repellentien behandelt werden (Baden, Sprühen, Begießen). Ein Problem ist aber, dass diese Prophylaxemaßnahmen wegen der besseren Wirkung erst nach der Schur durchgeführt werden.
Weitere wichtige Maßnahmen sind u. a., dass bevorzugte Stellen für die Eiablage, wie z. B. Flanke oder Schulter, nicht mit Kot und Harn verdreckt sind. Durchfall durch problematische Futtermittel wie rohfaserarmes Gras oder kohlenhydrat- oder eiweißreiche Futtermittel muss man vermeiden. Auch Magen-Darmwurm-Parasiten verursachen Durchfall. Verletzungen oder Scheuerstellen, z. B. durch Milben oder Haarlinge, sind Eingangspforten für einen Madenbefall. Eine sorgsame Tierbeobachtung ist wichtiger denn je! Ziel des Kurzberichtes ist es, Sie als Schafhalter auf die Problematik hinzuweisen und die Schafe so bald als möglich zu scheren.
Allerdings fehlen uns in diesem Jahr krankheitsbedingt einige versierte Schafscherer.
Deshalb die Bitte:
Wer Schafe scheren kann oder jemanden kennt, der dies kann, sollte sich beim saarländischen Schaf- und Ziegenzuchtverband oder bei der Landwirtschaftskammer für das Saarland melden (Tel.: 06826/82895-24; Fax: 06826/8289560; Handy: 0152 02091798. Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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